Was kann die Künstliche Intelligenz noch?

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Was kann die Künstliche Intelligenz noch?
Der Kunde ist König.

Es geht voran: Die KI findet Einzug in die Produktivität. Laut dem Swissquote Magazin setzen grosse Beratungsunternehmen Claude bereits produktiv ein. In Grossbanken soll sich der Einsatz von KI sogar bereits amortisiert haben. Man stellt sich Peter bei einer grossen Beratung vor, dem Claude beim Kalkulieren von Tabellen hilft, oder Sandra, der die KI beim Erstellen von Präsentationen unter die Arme greift.

Ich persönlich sehe mich auch als Brückenbauerin zwischen Kreativität und Ökonomie, und so möchte ich heute etwas vorstellen, das (noch) nicht im Einsatz ist: die KI als kreative Brücke zu einer neuen Generation von Kunden.

Partizipation und Umweltschutz im Direktkontakt: ein Bildschirm im Verkaufsladen, fünf Klicks von hereinspazierenden Kunden, fertig ist das T-Shirt, das beim nächsten Produktionslauf gefertigt wird und das der Kunde dann direkt vor Ort kaufen kann. In einer Limited Edition.

Meine Abschlussarbeit habe ich im Bereich Verhaltensökonomie geschrieben, deswegen greife ich gerne zwei Konzepte heraus, die hier ins Spiel kommen: Scarcity und Partizipation.

Scarcity hat Wirkung gezeigt bei Swatch x Audemars Piguet. Die im Mai 2026 lancierte „Royal Pop"-Edition war auf eine Uhr pro Person, Tag und Store beschränkt und nur in ausgewählten Läden erhältlich. Vor den Geschäften bildeten sich von Paris bis Kuala Lumpur lange Schlangen. Die künstliche Verknappung erzeugte eine Nachfrage, die das Produkt allein nicht ausgelöst hätte.

Dass eine Marke ihre Erzählung auch verlieren kann, zeigt das Gegenbeispiel GAP: CEO Richard Dickson hat das Problem öffentlich benannt. Das Unternehmen habe seine Fähigkeit zum Storytelling verloren und sei zu einem einfachen Einzelhändler geworden, der bloss Produkte verkauft (Swissquote Magazin). Genau hier setzt meine Idee an. Die KI als kreative Brücke bringt das Erzählen zurück an den Verkaufspunkt. Nicht über fertige Kampagnen, sondern indem der Kunde selbst Teil der Geschichte wird.

Partizipation zählt bei den jüngeren Generationen: Ich wähle beim T-Shirt mit, d.h. welches Material, welches Design und verstehe dabei, dass sich bei 100 % Bio-Organic und null Emissionen auch der Preis deutlich nach oben bewegt. Ein Fehler, der in der Vergangenheit gemacht wurde, darf hier allerdings nicht wiederholt werden: Zu viele Optionen lähmen, statt Freude zu machen (der bekannte Choice-Overload-Effekt). Die Auswahl sollte deshalb bewusst klein gehalten werden, damit der Spass bleibt. Maximal fünf Schritte sollten zum fertigen Produkt führen, und am Schluss sollte man abstimmen können. Das Design mit den meisten Stimmen gewinnt.

Die zur Auswahl stehenden Entwürfe werden von der KI generiert: Sie entwirft pro Drop ein kleines Set an Designs, über die der Kunde dann abstimmt. So wird die KI zum kreativen Motor des Prozesses, eine Stufe mehr als Tabellen- oder Präsentationsersteller.

Der entscheidende Unterschied zu Swatch x Audemars Piguet liegt am Ende: Dort entsteht die Knappheit künstlich, durch bewusste Limitierung. Bei meinem Modell entsteht sie strukturell – aus der Bedarfsfertigung selbst. Produziert wird erst, was eine Mindestzahl an Stimmen erreicht hat. Keine Überproduktion, keine Restbestände. Die Limited Edition ist hier die natürliche Folge einer nachhaltigen Produktionslogik, die den Kunden Spass macht.

Die technische Umsetzung gebe ich gerne auf Nachfrage bekannt und erarbeite die konkrete Ausgestaltung, um Stolpersteine zu vermeiden. Bei Fragen bin ich unter Kontakt erreichbar.